München und LiMux 4

Das Ende ist also besiegelt worden.

Der Münchner Stadtrat hat heute mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von SPD und CSU beschlossen, in der Verwaltung von Linux zu Windows und anderen “marktüblichen Standardprodukten” zurückzukehren. Bei üblichen Funktionen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationsprogramm, PDF-Reader, E-Mail-Client und Internetbrowser sollen dabei ebenfalls “marktübliche Standardprodukte” zum Einsatz kommen. Damit ist bereits auch ein Abschied von LibreOffice für Büroanwendungen weitgehend vorgezeichnet. Die Document Foundation zeigte sich enttäuscht darüber, “dass eine kleine Gruppe von Politikern offensichtlich den Rat genau derjenigen Experten ignoriert, die sie zuvor selbst ausgesucht haben“. Die Wende werde den Steuerzahler nach Ansicht der Stiftung 90 Millionen Euro über die nächsten sechs Jahre kosten. Dabei seien die Ausgaben noch gar nicht mitgerechnet, die anfielen, um alte, nicht unter aktuellen Windows-Versionen laufende Computer aufzurüsten.

Meiner bescheidenen Meinung nach liegt dieses Versagen nicht an dem Projekt LiMux und der verwendeten Distribution. Es ist das ausufernde System und die zersplitterte IT-Verwaltung der Stadt München. Neben dem dIKA (dezentrales Informations-, Kommunikations- und Anforderungsmanagement), und dem STRAC (IT-Strategie, IT-Steuerung & IT-Controlling gibt es noch den Eigenbetrieb it@M. Das wird -sofern die Verwaltung nicht grundsätzlich besser positioniert wird – mit “marktüblichen Produkten” auch nichts werden.

Weitere Artikel über LiMux und dem langsamen Fall finden sich hier im Blog unter:

München und LiMux
München und LiMux 2
München und LiMux 3

 


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